Jüdische Spuren im pilsener Bezirk
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Jewish Route in the Pilsen Region - HOME

Pilsen     Pilsen
Erste schriftliche Nachweise der Juden in Pilsen sind vom Jahr 1338, als Karl IV. den Bürgern von Pilsen befahl: "Verprügeln der in der Stadt wohnhaften Juden vermeiden und jeden, der gegen diesen Befehl verstösst streng bestrafen."
Das mittelalterliche Ghetto lag bis 1504 in dem 52. Teil der Altstadt in der heutigen Solní und Sedláčkova Strasse. Im 15. Jahrhundert waren hier 10 jüdische Häuser. An Stelle der heutigen Hauptpost stand die Synagoge mit ihrem ältesten Nachweis aus dem Jahr 1409. Sie entsprach aber der jüdischen Gemeinde, da im Jahr 1437 in der Nähe der alten Synagoge ein Haus gekauft wurde, um eine neue Synagoge zu bauen können.
Ein erster Friedhof wurde im Jahr 1424 gegründet, verschwand aber spurlos im Jahr 1504, als Juden von Pilsen "für ewig und immer" vertrieben wurden. Dann folgt die Zeit des Untergangs der jüdischen Kultur. Als offizielles Ende der jüdischen Gemeinde im 16. Jh. wird das Jahr 1533 bezeichnet, als Synagoge und Schule eingingen. Alle Juden mussten aussiedeln und bis 1643 war in Pilsen kein Jude, obwohl im Jahr 1504 die jüdische Gemeinde in Pilsen die zweitgrösste in Böhmen und Mähren (nach Prag) war. 
Erst im Jahr 1790 konnte der jüdische Händler Joachim Popper ein erstes Haus in Pilsen kaufen und dank der Reformen Josef II. konnten auch weitere Juden ihr Gewerbe in Pilsen ausüben.
Im Jahr 1821 wurden Juden noch einmal aus Pilsen vertrieben, die gegenjüdische Laune verging aber und im Jahr 1854 wohnten in Pilsen 41 jüdische Familien. Die jüdische Gemeinde in Pilsen war so reich, dass sie sich den Bau einer Synagoge leisten konnte. Der Bau der alten Synagoge in Smetanovy sady fing im Jahr 1856 an und schon im Jahr 1859 wurde sie eröffnet, Gottesdienste wurden hier bis 1892 gehalten.
Im Jahr 1888 begann die jüdische Gemeinde von Pilsen mit dem Bau der bereits fünften Synagoge im heutigen Sady Pětatřicátníků. Die Letzte Beerdigung auf dem zweiten Friedhof in Lochotín war im Jahr 1898 und dieser Friedhof wurde bereits durch den dritten Friedhof an der Rokycanská Strasse ersetzt, welcher noch heute dient.
Im Jahr 1938 lebten in Pilsen 3200 Juden von den gesamt 125000 Einwohnern. Im Januar 1942 gingen in drei grossen Transporten 3000 Juden aus Pilsen und Umgebung nach Terezín und in weitere Konzetrationslager.
Die jüdische Gemeinde wurde im Mai 1945 wieder errichtet. Mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung hat sich nach Februar 1948 entschlossen nach Amerika und im Jahr 1949 in den neugegründeten Staat Israel zu flüchten. Eine weitere Emigrationswelle kam dann nach dem Jahr 1968.
Trotz historischer Ereignisse hat heutige jüdische Gemeinde 20 - 25 aktive Mitglieder und 70 weitere Bürger von Pilsen sind jüdischer Abstammung. Die jüdische Gemeinde verfügt einen kleinen Gebetsraum, wo an Feiertagen Gottesdienste gehalten werden. Die Gemeinde ist nicht gross genug, um eigene Rabiner zu unterstützen. Gottesdienste werden vom Hazan gehalten, welcher jede Woche aus Prag kommt.

Grosse Synagoge in Pilsen
Die Synagoge in Pilsen ist die zweitgrösste Synagoge in Europa und die drittgrösste auf der Welt. Die Synagoge gehört zu den jüdischen Weltdenkmälern und wird als "Grosse Synagoge in Pilsen" bezeichnet.
Die Synagoge wurde im Jahr 1888 gegründet und ursprünglich sollte sie in gotischem Stil nach Vorschlag des Wiener Architekten Fleischer gebaut werden. Dieser Vorschlag wurde aber von dem Stadtrat abgelehnt, da die Türme der Synagoge zu hoch und sehr ähnlich dem Baustil der katholischen Kirche des Heiligen Bartholomeus waren. Ein neuer Bauplan kam dann im Jahr 1890 von Emanuel Klotzer. Das Fundament der Synagoge blieb erhalten, aber der Baustil hat sich ganz verändert. Die Türme wurden um 20 m niedriger, der Bau wurde dann im neuromanischen Stil, die Seitengängen im Neurenaissancestil vorgeschlagen. Mit dem Bau wurde dann im Jahr 1891 vom Pilsener Architekt Rudolf Štecher begonnen. Die Feierliche Einweihung fand dann am 2. September 1892 statt. Am Anfang und am Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Synagoge schwer beschädigt, nach dem Jahr 1948 diente sie sogar als Lagerhaus. Der letzte Gottesdienst fand hier im Jahr 1973 statt. Bemühungen um Wiedererneuerung der Synagoge gipfelten nach der kostenreichen Renovierung am 11.2.1998 mit Eröffnung.

Schriftliche Nachweise der jüdischen Gemeinde
Alte Synagoge 1859 (Smetanovy sady 5)
Am 17.Juni 1857 wurde feierlich der Grundstein zum Bau der jüdischen Synagoge im Hof des Hauses Nr. 80 am Štěpánské náměstí, welches Haus zu diesem Zweck die jüdische Gemeinde zugekauft hat, gelegt.
Bei der Grundsteinlegung um 10 Uhr vormittags waren Vertreter der jüdischen Gemeinde und Rabbi Kafka so wie auch der k. und k. Bezirkshauptmann TomᚠPutzlacher und weitere Vertreter der hiesigen Behörden anwesend. 
Ein Kupferdokument trägt Jahr, Monat und Tag der Grundsteinlegung, Name des Landesherren und der ganzen kaiserlichen Familie, weiter dann Namen der Vorständer aller hiesigen Behörden und der Stadt so wie auch Namen der Planersteller, die hochwerten Herren Stelzer und Wiesner.
Nach der Grundsteinlegung betete der Rabbi und der k. und k. Hauptmann hat "Hoch" der k. und k. Hoheit gerufen.

Pilsen ist die letzte Premysliden Stadt, die im Jahr 1295 vom König Václav II. an der Kreuzung von bedeutsamen Handelswegen, der Regensburger- und Nürnbergerstrasse gegründet wurde.
Der regelmässige, schachbrettartige Grundriss des historischen Kernes erfasst sehr grosszügig den seiner Zeit grössten Zentralmarktplatz in Europa. Dieser blieb eigentlich ohne bedeutsame Änderungen in der ganzen Zeit der Bauentwicklung erhalten. Schon kurz nach der Gründung werden in schriftlichen Quellen um 300 schön erbaute Häuser erwähnt. Zugleich wurden auch Fundamente der Pfarrkirche des Heiligen Bartholomäus im natürlichen Mittelpunkt des Markplatzes und der zwei grossen Klöster, an der Nordwest Seite des Franziskaner- und an der Südwest Seite Dominikanerklosters gelegt. Alle diese Bauten hat Pilsen auch mit bedeutsamen Türmen beschert. Mit Ausnahme des letzterwähnten Dominikanerklosters, welches die Reformzeit Ende des 18. Jh. nicht überstanden hat, beherrscht das heutige Stadtbild der im Tal der vier Flüsse - Úhlava, Úslava, Mže und Radbuza liegenden Stadt hauptsächlich der Bartholomäusturm. 
Böhmische Könige schenkten der Stadt Pilsen ausser zahlreichen Zunftrechten und Privilegien eine ganze Reihe von Dörfern, so das die Stadt selber ein Feudalherr war und nie dem Einfluss des hiesigen bedeutsamen Adelsgeschlechts unterstand. Schon im 15. Jh. spielte Pilsen eine wichtige Rolle im Königsreich Böhmen. Die Stadt die an Seite des Königs und der katholischen Kirche in den Hussitenkriegen stand, wurde sie für diese Einstellung von allen Steuer- und Zollgebühren befreit. Kommender wirtschaftlicher Wachstum zusammen mit Stabilität waren sicher auch Grund für den Druck des ersten tschechischen Buches "Trojanchronik" im Jahr 1468 und so auch eine der Grundlagen des tschechischen Humanismus. 
Trotz unglücklichen Anfangs, als bei absichtlich angelegten Bränden fast drei Viertel der Stadt vernichtet wurden, war auch das 16. Jh. Zeit des weiteren Wachstums mit ausschliesslichen Handelsverbindungen nach Nürnberg. Die Stadterneuerung hat nach Pilsen die starke Künstlerkolonie aus Italien gebracht und diese hat den Renaissancestil mitgebracht. Zu Gebäuden dieser Bauart gehört hauptsächlich das historische Rathaus (Giovanni de Stalia - 1554 - 1559) und weiter eine Reihe von Bürgerhäusern mit einzigartigen Steinportalen (nám. Republiky und hauptsächlich Pražská ulice). Am Ende des Jahrhunderts wurde Pilsen dank Aufenthalt des Kaisers Rudolf II. mit seinem ganzen Hof zur Hauptstadt des ganzen Landes. An diesen Aufenthalt erinnert das "Kaiserhaus" neben dem Rathaus, heute Teil des Rathauses, wo auch die Städtische Infostelle zu finden ist. 
Man kann über Pilsen behaupten, dass die Stadt immer deutlich bürgerlich und konservativ war und immer an Seite des Königs und der katholischen Kirche stand, obwohl es nicht immer von Vorteil war. So war es auch im Jahr 1618, als Pilsen zum ersten mal von der Ständearmee des Arnošt Mansfeld erobert wurde als der dreissigjährige Krieg anfing. Die Folgen waren sehr spürbar. Viele Häuser wurden zerstört und verödeten, Vorstädte wurden abgebrannt, die Stadt ist durch den langjährigen Aufenthalt der Armee arm geworden und dank mehrerer Pestwellen sank die Einwohnerzahl auf weniger als die Hälfte.
Zur Erinnerung an die Verhütung einer grossen Pestwelle wurde am Marktplatz im Jahr 1681 eine Barockpestsäule vom Pilsener Architekt Kristian Widman erbaut als Nachbau der gotischen Pilsener Madonna vom Hauptaltar in der Bartholomäus Kirche ("schöne" Madonna, Original aus dem Jahr 1390). Der Barockstil in der Architektur ist nach Pilsen ziemlich spät gekommen, erst Anfang des 18. Jh. Aus der Zeit kommen die Bauten der bedeutsamen Baufamilie Auguston. Zu den schönsten und wertvollsten Denkmälern gehört der Pilsener Bischofssitz am náměstí Republiky (um das Jahr 1710), ehemaliges Dominikanerinnenkloster mit der Hl. Anna Kirche, heute Sitz der Staatsbibliothek (1711 - 1735) und der Weststirnwand des Franziskanerklosters (1722 - 1723).
Die Veränderung der mittelalterlichen Stadt Pilsen verläuft seit Ende des 18. Jh., wo die Stadtmauer abgerissen wurde und weiter das ganze 19. Jh. An Stelle der Wallgraben wurden Ringstadtparkanlagen erbaut und eine ganze Reihe von neuen Klassizismushäusern schloss sich an die alte Stadtmauer an. Mitte des 19. Jh. ist die Eisenbahnlinie in die Stadt gekommen, erste hohe Werkschornsteine wurden gebaut, die Stadtbrauerei wurde gegründet, Grundsteine der Skodawerke wurden gelegt und Pilsen entwickelte sich stufenweise zu einer Industriestadt, viele davon sind mit jüdischer Geschichte verbunden. 
Auch das sich entwickelnde kultur-gesellschaftliche Leben blieb nicht ohne Einfluss auf das Stadtbild. In Zusammenhang mit dem historischen Kern wuchsen neue Gebäude - Turnhalle des Sokolvereins (Josef Podhajský 1895 - 1896), Bürgerressource (Alois Čenský 1901), Theater des J.K. Tyl (Antonín Balšánek 1899-1902), Westböhmisches Museum (Josef Škorpil 1897 - 1902), Gebäude der Handels- und Gewerbekammer, heute Sitz der Maschinenbau und Elektrotechnischen Fakultät der Westböhmischen Universität (Ladislav Skřivánek, beendet 1905). Mit der sich entwickelnden Industrie wurden auch neue Wohnortsteile erbaut, die Stadt hat manche ihrer Dörfer verschlungen, manche wurden sogar zu neuen Stadtteilen.
Die Zwischenkriegszeit der 20er Jahre hat den Bau von zahlreichen neuen Schulen, Wohnhäusern und ganz neuen Anlagen, wie z.B. Stadtbad, Gebäude der Krankenversicherung, Studentenhaus, Theaterlagerhaus oder auch des Krematoriums ermöglicht. In der weiteren Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg unterscheidet sich Pilsen von anderen tschechischen Städten nicht. Im April 1989 wurde der historische Stadtkern zum Denkmalschutzgebiet erklärt und seit dem verläuft eine erfolgreiche Erneuerung. Dazu gehört auch die Wiedererneuerung der Grossen Synagoge, welche ganz am Rande des Denkmalschutzgebietes liegt.

Schriftliche Nachweise auf die jüdische Gemeinde
Alte Synagoge 1859 (Smetanovy sady 5)
Am 17.Juni 1857 wurde feierlich der Grundstein zum Bau der jüdischen Synagoge im Hof des Hauses Nr. 80 am Štěpánské náměstí, das zu diesem Zweck von der jüdischen Gemeinde zugekauft hat, gelegt. Zur Grundsteinlegung um 10 Uhr vormittags waren Vertreter der jüdischen Gemeinde und Rabbi Kafka so wie auch der K. und K. Bezirkshauptmann TomᚠPutzlacher und weitere Vertreter der hiesigen Behörden anwesend. Ein Kupferdokument trägt Jahr, Monat und Tag der Grundsteinlegung, Name des Landesherren und der ganzen kaiserlichen Familie, weiter dann Namen der Vorstände aller hiesigen Behörden und der Stadt sowie auch Namen der Planersteller, die werten Herren Stelzer und Wiesner. Nach der Grundsteinlegung betete der Rabbi und der K. und K. Hauptmann hat "Hoch" der K. und K.- Hoheit gerufen. Am 8. April 1859 wurde die Synagoge der hiesigen Israelis eingeweiht. Es ist höflich zu erwähnen, das die kleine jüdische Gemeinde in den letzten Jahren ohne jeweilige Zuschüsse, nur von Eigenbeiträgen der Gemeindemitglieder in Pilsen einen eigenen Friedhof, ein Gemeindehaus und ein Gebetshaus errichtet hat, was den Aufwand von mindestens 30 000 Gulden darstellt. Der Bau dieses jüdischen Gebethauses wurde nach Vorgaben des h.H. M. Stelzers von h.H. Wiesner erbaut. Altar und Ehrensitze wurden in der Werkstatt des Herrn Gottlieb hergerichtet. Tischlerarbeit ist vom Herrn František Lisý, Stuckarbeit von TomᚠKhürz, Malerarbeiten von Herrn Pruška und Vergoldung von Bedřich Ženíšek. Glassarbeit ist von Herrn E. F. Říha.....Am 10. März 1860 hat die hiesige jüdische Gemeinde in ihrer Synagoge eine Dankfeier veranstaltet, als Dank für den erteilten Besitzstand. Zu diesem Anlass hat Herr Bezirksrabbiner Kafka eine ausgezeichnete Predigt gehalten, in der er Glaubenseigene zur Ergebenheit dem Kaiser und dem Thron aufgerufen hat.

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